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Minijob neben dem Hauptjob 2026: Was ist erlaubt?

Ein Minijob neben dem Hauptjob ist erlaubt und fast abgabenfrei. Was beim zweiten Minijob gilt, was dein Arbeitgeber wissen muss und wie viele Stunden gehen.

Veröffentlicht am 4. November 2026. Lesezeit etwa 5 Minuten.

Ein Minijob neben dem Hauptjob ist erlaubt und für viele die einfachste Art, sich etwas dazuzuverdienen. Der erste Minijob bleibt dabei fast abzugsfrei, ab dem zweiten wird es teurer. Hier steht, was du beachten musst: bei den Abgaben, beim Arbeitgeber und bei der Arbeitszeit.

Darf ich neben meinem Hauptjob einen Minijob machen?

Ja. Grundsätzlich darfst du in deiner Freizeit arbeiten, was und wo du willst. Dein Hauptarbeitgeber kann dir einen Nebenjob nur untersagen, wenn er berechtigte Gründe hat, zum Beispiel:

  • Du arbeitest für einen direkten Konkurrenten.
  • Du überschreitest mit beiden Jobs zusammen die gesetzliche Höchstarbeitszeit.
  • Der Nebenjob beeinträchtigt deine Arbeit im Hauptjob, etwa weil du übermüdet bist.

Schau in deinen Arbeitsvertrag. Oft steht dort, dass du einen Nebenjob anmelden oder genehmigen lassen musst. Dann reicht in der Regel eine kurze Mitteilung mit Arbeitgeber, Tätigkeit und Stunden. Ohne berechtigten Grund darf die Genehmigung nicht verweigert werden.

Welche Abgaben zahle ich für den Minijob neben dem Hauptjob?

Für den ersten Minijob neben einem sozialversicherungspflichtigen Hauptjob gilt dasselbe wie für jeden Minijob: Er bleibt für dich nahezu abgabenfrei. Dir wird nur dein Anteil zur Rentenversicherung abgezogen, 3,6 % vom Verdienst. Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung fallen für dich nicht an. Die Abgaben dafür zahlt dein Minijob-Arbeitgeber pauschal.

Ein Beispiel: Du verdienst im Minijob 500 € im Monat. Abgezogen werden 18 € für die Rente, ausgezahlt werden 482 €. Von den 3,6 % kannst du dich auf Antrag befreien lassen; dann bekommst du die vollen 500 €.

Auch die Steuer übernimmt in der Regel der Minijob-Arbeitgeber mit einer Pauschale von 2 %. Der Verdienst taucht dann nicht in deiner Steuererklärung auf und erhöht auch nicht die Steuer auf dein Gehalt aus dem Hauptjob.

Was gilt beim zweiten Minijob?

Hier liegt der wichtigste Unterschied. Neben einem Hauptjob ist nur ein Minijob begünstigt, und zwar der, den du zuerst angefangen hast. Jeder weitere Minijob wird mit deinem Hauptjob zusammengerechnet.

Das heißt für den zweiten Minijob:

  • Er wird kranken-, pflege- und rentenversicherungspflichtig. Dir werden die normalen Beiträge abgezogen, zusammen rund ein Fünftel des Verdiensts.
  • Arbeitslosenversicherung fällt weiterhin nicht an.
  • Die Verdienstgrenze von 603 € gilt trotzdem für jeden Minijob einzeln.

Zwei Minijobs zu je 300 € neben einem Vollzeitjob bringen dir also weniger als ein einziger Minijob über 600 €. Wenn du die Wahl hast, ist ein Minijob mit mehr Stunden meist die bessere Lösung.

Ohne Hauptjob sieht es anders aus: Dann darfst du mehrere Minijobs haben, solange alle zusammen nicht mehr als 603 € im Monat einbringen. Wie die Grenze genau funktioniert, steht im Artikel Wie viele Stunden darf ich im Minijob arbeiten?

Gilt das auch, wenn mein Hauptjob ein Midijob oder Teilzeitjob ist?

Ja. Entscheidend ist, dass dein Hauptjob sozialversicherungspflichtig ist. Das gilt für Vollzeit, Teilzeit und Midijobs mit einem Verdienst über 603 € gleichermaßen. Auch neben einer Ausbildung kannst du einen Minijob haben, der für dich abgabenfrei bleibt.

Kann ich den Minijob beim selben Arbeitgeber machen?

Nein. Arbeitest du beim selben Arbeitgeber zusätzlich ein paar Stunden, zählt das nicht als eigener Minijob. Die Stunden gehören dann zu deinem Hauptjob und werden ganz normal mit Steuern und Sozialabgaben abgerechnet. Das gilt auch, wenn die Tätigkeit eine ganz andere ist, zum Beispiel Büro im Hauptjob und Lager im Nebenjob.

Ein anderer Arbeitgeber im selben Konzern oder eine eigene Firma eines Bekannten ist dagegen erlaubt, solange es wirklich ein eigener Arbeitgeber ist.

Wie viele Stunden darf ich insgesamt arbeiten?

Das Arbeitszeitgesetz zählt alle Jobs zusammen. Erlaubt sind höchstens acht Stunden pro Werktag, also 48 Stunden in einer Woche mit sechs Werktagen. Zeitweise sind bis zu zehn Stunden am Tag möglich, wenn du sie innerhalb eines halben Jahres wieder ausgleichst. Zwischen zwei Arbeitstagen müssen in der Regel elf Stunden Ruhezeit liegen.

Bei einem Vollzeitjob mit 40 Stunden bleiben dir damit rechnerisch etwa acht Stunden pro Woche für den Minijob, zum Beispiel am Samstag. Das reicht beim Mindestlohn von 13,90 € für gut 34 Stunden im Monat, also rund 480 €.

Für die Einhaltung ist jeder Arbeitgeber mitverantwortlich. Gib deshalb im Personalfragebogen deines Minijobs ehrlich an, wie viele Stunden du im Hauptjob arbeitest.

Darf ich im Urlaub im Minijob arbeiten?

Grundsätzlich ja. Das Bundesurlaubsgesetz verbietet nur Arbeit, die dem Zweck des Urlaubs widerspricht, also deiner Erholung. Ein Minijob, den du ohnehin das ganze Jahr machst, ist in der Regel kein Problem. Zusätzliche Vollzeitschichten in deinem Urlaub dagegen schon.

Auch im Minijob hast du übrigens Anspruch auf bezahlten Urlaub. Den nimmst du am besten gleichzeitig mit deinem Urlaub im Hauptjob.

Was muss ich meinem Minijob-Arbeitgeber sagen?

Dein Minijob-Arbeitgeber muss wissen, dass du einen Hauptjob hast und ob du schon einen anderen Minijob machst. Nur so kann er dich richtig anmelden. Diese Angaben stehen im Personalfragebogen, den du zu Beginn ausfüllst.

Verschweigst du einen zweiten Minijob, wird es teuer: Fällt es bei einer Prüfung auf, müssen Beiträge nachgezahlt werden, und das Verhältnis zum Arbeitgeber ist belastet.

Welche Minijobs passen gut neben einen Vollzeitjob?

Am besten passen Jobs mit festen Schichten am Abend oder am Wochenende, die du planen kannst:

  • Gastronomie: Service oder Theke am Freitag- und Samstagabend
  • Einzelhandel: Kasse oder Regale einräumen am Samstag
  • Events: Einlass, Garderobe oder Verkauf bei Konzerten und Messen
  • Lieferdienst: Touren am Wochenende
  • Nachhilfe und Kurse: feste Termine am frühen Abend

In der Jobsuche kannst du gezielt nach Stellen am Wochenende oder abends filtern. Der Fragebogen zeigt dir in zwei Minuten, welche Minijobs zu deinen freien Zeiten passen.

Kurz zusammengefasst

  • Ein Minijob neben dem Hauptjob ist erlaubt. Prüfe, ob du ihn deinem Arbeitgeber melden musst.
  • Der erste Minijob bleibt nahezu abgabenfrei, nur 3,6 % gehen in die Rente.
  • Jeder weitere Minijob wird mit dem Hauptjob zusammengerechnet und versicherungspflichtig.
  • Beim selben Arbeitgeber ist kein Minijob möglich.
  • Alle Jobs zusammen dürfen höchstens 48 Stunden pro Woche ergeben.

Ab 2027 steigt die Verdienstgrenze auf 633 €. Was sich dann ändert, steht im Artikel Minijob 2027. Alle übrigen Regeln findest du in der Übersicht Minijob 2026.

Wie viele Stunden darfst du bei deinem Stundenlohn arbeiten? Der Stundenrechner zeigt es dir in zwei Sekunden.

Dieser Artikel erklärt die Regeln allgemein und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.

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